Keine Leos für die Saudis,
Sonntag, 12. August 2012 - Ute Hinkeldeinaber auch keine Waffenlieferungen nach Indonesien und Katar. Der Mini-Staat Katar ist eine absolute Monarchie. Er verfügt über sehr viel Erdöl und die drittgrößten Erdgasvorkommen der Welt. Das Land wird regiert von Scheich Hamad ibn Chalifa al Thani. In seiner Macht liegen die gesetzgebende und die exekutive Gewalt. Es gibt kein Parlament, politische Parteien und Gewerkschaften sind verboten. Es ist ein menschenrechtsloses Land.
Außenpolitisch dient dieser Wüstenstaat dem Westen. Am NATO-Krieg gegen Libyen hat sich Katar auf der Seite der NATO beteiligt. Heute liefert Katar Waffen an die Stammeskrieger in Syrien. Der staatliche Radiosender Al Dschasira ist linientreu.
Als Mitglied der deutschen Friedensbewegung protestiere ich gegen die rüstungspolitische Kungelei zwischen Deutschland und dem völlig undemokratischen Staat Katar.
Bereits im Mai 2009 genehmigte der Bundessicherheitsrat die Lieferung von 36 Leopard-2-Kampfpanzern sowie 24 Panzerhaubitzen der Rüstungsfirma Krauss-Maffei Wegmann München/Kassel u.a. nach Katar. An diesen Waffenherstellungen sind noch weitere deutsche Firmen beteiligt, u.a. die Carl Zeiss Optronik GmbH für die optischen Systeme.
Interessanterweise sind die Deutsche Bank, die Commerzbank, die Hypo-Vereinsbank und die DEKA die Finanziers. Andererseits gibt es Banken, die heftig nach den Rettungsschirmen schreien.
Die deutsche Bundesregierung wird sich wohl weiter an den schmutzigen Waffengeschäften beteiligen. Bezahlen wird wie immer das brave Volk über Steuern und mit geringeren Sozial- und Rentenleistungen.
Zum diesjährigen Weltfriedenstag wollen wir in Erfurt deutlich machen, dass der Waffenhandel gestoppt werden muss.
Persönlich stimmt mich diese Entwicklung traurig, hatte ich doch mal vom Orient wunderbare Vorstellungen.
Vor etlichen Jahren habe ich in der Schweiz mal einen Frosch geküsst. Der entpuppte sich dann tatsächlich als Prinz, genauer als arabischer Stammesfürst. Khan Atif war damals noch Student. Er war aus London rübergeflogen, weil er seine durchaus interessanten Ideen über ein weltweites ökonomisches Netzwerk vortragen wollte. Ich nahm an der Konferenz „Creators of Peace“ teil.
Einige Hotelgäste des „Grant Hotels“, in dem schon die österreichische Kaiserin Sissy übernachtet hatte, nahmen regen Anteil an der kleinen Romanze. Die Housekeeperin hatte immer tränennasse Augen, wenn Atif abends unter meinem Fenster sang, begleitet von einem Musikinstrument, dessen Name mir nicht bekannt war.
Ich bin immer noch Peacerin, mit dem nötigen politischen Klarblick. Manchmal stelle ich mir die Frage, was wohl Atif heute für eine politische Position bezieht. Ich habe da so einen Traum. Was wäre, wenn all diese Kriegshelden ihre Waffen niederlegten und dafür ihren Frauen schöne Melodien singen würden? Wäre da die Welt nicht um vieles glücklicher?
Bis dahin muss es nach wie vor mit Bertha von Suttner heißen: „Die Waffen nieder!“, und in diesem speziellen Fall vor allen Dingen: „Stoppt den Waffenhandel!“
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